Man sagt ja Theologen hätten von nichts eine wirkliche Ahnung, aber zu allem eine Meinung. So falsch ist der Spruch gar nicht- und ich entdecke immer häufiger, wie er auf mich zutrifft. In manchen Dingen mag das Halbwissen einem Drei-Viertel-Wissen gewichen sein, aber eine gewisse Meinungsfreudigkeit ist permanent vorhanden.
Viel zu häufig finde ich, weicht in unserer Gesellschaft der öffentliche Diskurs in der permanenten Suche nach massentauglichen Kompromissen ("die Wahrheit liegt wohl in der Mitte") auf. Ein gewisser Mut zu Statements, wo vielleicht nicht jeder sagt "ja, das sehe ich genauso" oder "Du hast recht", ist in die kaum beachteten politischen Talk-Runden oder Stammtische gewichen.
Dieser Blog hat nicht zum Ziel das zu verändern oder eine Menge Leser zu bekommen. Sondern soll nur meinen Senf zu manchen Dingen geben. Weil ich an die Sinnhaftigkeit von Meinungsfreude glaube. Und auch meine Gedanken nicht immer nur in meinen Gehirnwindungen verschwinden lassen will.(ist das nicht die eigentliche Absicht hinter jedem Blog?)
Vielleicht hilft hier ja die Theologie weiter, in der die DIalektik versucht, Unterschiedlichkeiten und im Diskurs beider einen dritten, eigenen Konsens aufgehen zu lassen- der weit mehr ist als ein Kompromiss ist.
In diesem Sinne ein Zitat von Theodor Adorno: „Es handelt sich um den Entwurf einer Philosophie, die nicht den Begriff der Identität von Sein und Denken voraussetzt und auch nicht in ihm terminiert, sondern die gerade das Gegenteil, also das Auseinanderweisen von Begriff und Sache, von Subjekt und Objekt, und ihre Unversöhntheit, artikulieren will.“
(Theodor W. Adorno: Vorlesung über Negative Dialektik. Fragmente zur Vorlesung 1965/66. Suhrkamp, Frankfurt am Main 2007, S. 15f- Hervorhebung von mir)
Vielleicht hilft hier ja die Theologie weiter, in der die DIalektik versucht, Unterschiedlichkeiten und im Diskurs beider einen dritten, eigenen Konsens aufgehen zu lassen- der weit mehr ist als ein Kompromiss ist.
In diesem Sinne ein Zitat von Theodor Adorno: „Es handelt sich um den Entwurf einer Philosophie, die nicht den Begriff der Identität von Sein und Denken voraussetzt und auch nicht in ihm terminiert, sondern die gerade das Gegenteil, also das Auseinanderweisen von Begriff und Sache, von Subjekt und Objekt, und ihre Unversöhntheit, artikulieren will.“
(Theodor W. Adorno: Vorlesung über Negative Dialektik. Fragmente zur Vorlesung 1965/66. Suhrkamp, Frankfurt am Main 2007, S. 15f- Hervorhebung von mir)