Heute morgen sandte mir die Tagesschau die Eilmeldung auf den Display, dass französische Jagdflugzeuge über Libyen unterwegs sind. Und ich erwischte mich bei dem Gedanken "Endlich! Endlich macht mal jemand was!". Dann verbot ich mir diesen Gedanken. So ehrwürdig das Anliegen auch sein mag und so sehr ich mit der Anti-Revolutions-Revolutions-Bewegung sympathisiere- tote Menschen bleiben tote Menschen, egal auf welcher Seite sie stehen.
Es gibt die Theorie vom gerechten Krieg. (Vor allem durch die christliche Theologie wurde dieses Gedankengut ausgebaut und gerade die Staaten, die sich besonders gerne auf Gott berufen, treten militärisch gerne für die Unterdrückten auf- im Sinne der gerechten Kriegsführung.)
Laut Wikipedia sind die Kriterien für einen gerechten Krieg:
"Recht zum Krieg:
* legitime Autorität
* Vorliegen eines zulässigen Kriegsgrundes
* gerechte Absicht der Kriegführenden
* letztes Mittel zur Wiederherstellung des Rechts
* Aussicht auf Frieden mit dem Kriegsgegner
* Verhältnismäßigkeit der Reaktion.
Recht im Krieg:
* Verhältnismäßigkeit der angewandten militärischen Mittel
* Unterscheidung von Soldaten und Zivilisten (Diskriminierungsgebot) und Schutz der letzteren während der Kampfhandlungen (Immunitätsprinzip)."
Nach dem "Märchen vom ehrlichen Karl" (SPIEGEL-Titel vor ein paar Wochen) denke ich, kann man auch von einem "Märchen vom gerechten Krieg" sprechen. Alle Kriege der Vergangenheit wurden von dem jeweiligen Kriegstreiber als gerecht bezeichnet- und die Mittel selbstverständlich als angemessen. Das wird auch weiterhin so bleiben, da es keine unabhängige Oberinstanz gibt, die auslegt, was recht ist und was nicht. Auch wenn sich die UN oder NATO gerne in dieser Funktion wähnt.
Hier entscheidet individuelle subjektive Auslegung über hunderte Menschenleben. Klar- wenige Leben zu gefährden um eine weit größere Anzahl an Opfern zu verhindern empfinde ich innerlich auch als richtig. Und, um mit Bonhoeffer zu sprechen, denke ich auch, dass man dem Rad in die Speichen fallen sollte, sollte der Wagen andere Menschen bedrohen.
Jedoch ist der sogenannte Kollateralschaden nie ausgeschlossen und findet leider viel zu häufig statt. Wir betrauern jeden gefallenen Soldaten und mit großen Schlagzeilen wird die Deutsche Bevölkerung davon unterrichtet, aber an genaue Zahlen von Kriegsopfern auf der anderen Seite kommt man nur mit etwas Recherche. Und jeder Tote hat eine Anzahl an Angehörige hinter sich stehen, die von seinem Tod betroffen sind. In der arabischen Welt wahrscheinlich sogar noch mehr als in unserer westlichen Kultur. Und jedes kleine Rädchen, welches sein Leben lassen muss im Spiel der großen Räder, egal auf welcher Seite, zählt gleich. Genauso wie ich unter keinen Umständen jemanden aus meiner Familie "fallen" sehen wollen würde, muss ich dies generalisierend alle anderen Menschen zugestehen.
In den letzten Tagen lese ich ein Buch, indem in einem Kapitel von einem Vater berichtet wird, der sein Abkömmling bei den Anschlägen des 11.Septembers verlor. Und der bei aller Wut und Hass, der sich aufgebaut hatte, später gegen die Ausgleichs-Kriege der USA demonstriert und Vorträge hielt. "Kein Vater soll das empfinden müssen, was ich empfinden musste".
Es gibt die Theorie vom gerechten Krieg. (Vor allem durch die christliche Theologie wurde dieses Gedankengut ausgebaut und gerade die Staaten, die sich besonders gerne auf Gott berufen, treten militärisch gerne für die Unterdrückten auf- im Sinne der gerechten Kriegsführung.)
Laut Wikipedia sind die Kriterien für einen gerechten Krieg:
"Recht zum Krieg:
* legitime Autorität
* Vorliegen eines zulässigen Kriegsgrundes
* gerechte Absicht der Kriegführenden
* letztes Mittel zur Wiederherstellung des Rechts
* Aussicht auf Frieden mit dem Kriegsgegner
* Verhältnismäßigkeit der Reaktion.
Recht im Krieg:
* Verhältnismäßigkeit der angewandten militärischen Mittel
* Unterscheidung von Soldaten und Zivilisten (Diskriminierungsgebot) und Schutz der letzteren während der Kampfhandlungen (Immunitätsprinzip)."
Nach dem "Märchen vom ehrlichen Karl" (SPIEGEL-Titel vor ein paar Wochen) denke ich, kann man auch von einem "Märchen vom gerechten Krieg" sprechen. Alle Kriege der Vergangenheit wurden von dem jeweiligen Kriegstreiber als gerecht bezeichnet- und die Mittel selbstverständlich als angemessen. Das wird auch weiterhin so bleiben, da es keine unabhängige Oberinstanz gibt, die auslegt, was recht ist und was nicht. Auch wenn sich die UN oder NATO gerne in dieser Funktion wähnt.
Hier entscheidet individuelle subjektive Auslegung über hunderte Menschenleben. Klar- wenige Leben zu gefährden um eine weit größere Anzahl an Opfern zu verhindern empfinde ich innerlich auch als richtig. Und, um mit Bonhoeffer zu sprechen, denke ich auch, dass man dem Rad in die Speichen fallen sollte, sollte der Wagen andere Menschen bedrohen.
Jedoch ist der sogenannte Kollateralschaden nie ausgeschlossen und findet leider viel zu häufig statt. Wir betrauern jeden gefallenen Soldaten und mit großen Schlagzeilen wird die Deutsche Bevölkerung davon unterrichtet, aber an genaue Zahlen von Kriegsopfern auf der anderen Seite kommt man nur mit etwas Recherche. Und jeder Tote hat eine Anzahl an Angehörige hinter sich stehen, die von seinem Tod betroffen sind. In der arabischen Welt wahrscheinlich sogar noch mehr als in unserer westlichen Kultur. Und jedes kleine Rädchen, welches sein Leben lassen muss im Spiel der großen Räder, egal auf welcher Seite, zählt gleich. Genauso wie ich unter keinen Umständen jemanden aus meiner Familie "fallen" sehen wollen würde, muss ich dies generalisierend alle anderen Menschen zugestehen.
In den letzten Tagen lese ich ein Buch, indem in einem Kapitel von einem Vater berichtet wird, der sein Abkömmling bei den Anschlägen des 11.Septembers verlor. Und der bei aller Wut und Hass, der sich aufgebaut hatte, später gegen die Ausgleichs-Kriege der USA demonstriert und Vorträge hielt. "Kein Vater soll das empfinden müssen, was ich empfinden musste".
Kein Krieg ist gerecht, weil für jeden Angehörigen der Verlust gleich ungerecht ist! Die Verweigerung von militärischer Gewalt gegenüber Menschen ist aus meiner Sicht die konsequente Umsetzung des Gedankens von der Gleichwertigkeit eines jeden Menschen. Es wird Zeit, den Begriff 'gerechter Krieg' zu begraben (von Krieg ist in der Politik ja mittlerweile gar nicht mehr die Rede)!
Aber was sollte man dann konkret tun? Die Frage ist schwierig. Maximale Sanktionen, Blauhelme zum Schutz für das Volk in das Land bringen Sabotage/Vernichtung der Militärmaschinerie? Auch hier kommt man genausowenig weiter. Unrecht kann man nicht akzeptieren und das Blutvergiessen muss gestoppt werden! Aber auch mit Mitteln, die kein Blut vergiessen. So fern und unrealistisch diese Forderung sein mag! Weil wir alle gleich zählen!...
Ob dies jedoch vielleicht nur in der Theorie geht und wir in einer Welt leben, in der man in vielen Fällen nur zwischen Pest und Cholera wählen muss ist die wahrscheinlichste Option. Man sollte sich jedoch davon verabschieden 'gerecht' oder 'richtig' in einem bewaffneten Konflikt agieren zu können- es wird nur die Anzahl der Verlierer auf beiden Seiten variieren.
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